Bernhard Kratochvil

Kürschnermeister. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1896    † 1944

 

Lebenslauf

Bernhard Kratochvil wurde am 29.12.1896 in Wien geboren. Er war Kürschnermeister. Von 1919 bis 1922 war er Mitglied der Gewerkschaft der Kürschnergehilfen.

Leiter des Literaturapparats der KPÖ in Wien 20

Bernhard Kratochvil war Leiter des Literaturapparats der KPÖ im 20. Bezirk.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 1. 12. 1942 wurde Bernhard Kratochvil verhaftet und am 8. 3. 1944 gemeinsam mit Josef Zeiner, Johann Pegrisch und Franz Malik (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 10.5.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte (…) wurde im Juli 1939 mit den Kommunisten Kren (’Mauxl‘), Blauen­steiner (’Leo‘) und mit dem Mitangeklagten Pegrisch zusammengeführt. Blauensteiner fragte ihn im Laufe eines politischen Gespräches, ob er bereit sei, für die KPÖ eine Druckschriftenverteilerstelle zu übernehmen. Kratochvil erbat sich Bedenkzeit von zwei Wochen und sagte dann im August 1939 zu. (…) Er erhielt von September 1939 bis zum Jänner 1940 von der [Anna] Gründling 4-5 mal und im Februar und März 1940 von der Mathilde Grüller (’Tilde‘) noch zweimal jeweils 20–50 kommunistische Flugblätter, die von Krenn, Pegrisch und dem Kommunisten Wyt bei ihm abgeholt wurden.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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